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Herzzeit ›Seelenwetter

Schwere Wolken

Wieder ist es kurz nach Mitternacht, und ich sitze noch vorm Rechner, obwohl ich längst schlafen sollte.

Der Nacken juckt seit Stunden, und ich habe aufgehört, dagegen anzukämpfen. Kratzen macht es nur schlimmer, das weiß ich inzwischen.

Morgen früh klingelt der Wecker wieder viel zu früh, und dann sitze ich anderthalb Stunden im Zug in die Stadt, mit brennenden Augen und einer Haut, die sich anfühlt wie Sandpapier.

Ich weiß genau, dass ich abends mit dem Spielen aufhören müsste, aber irgendwie schaffe ich es nicht. Die Zeit rutscht mir weg, und bevor ich mich versehe, ist es schon nach 1 Uhr.

Seit Jahrzehnten begleitet mich diese Haut, aber erst seit ein paar Monaten beschäftige ich mich wirklich damit. Manchmal frage ich mich, wo die ganze Zeit davor geblieben ist.

A boy walks along a quiet street lined with trees, carrying a massive bundle of bright pink cotton c

Heute Abend ist einfach alles zäh, die Haut, der Kopf, die Beine vom langen Sitzen im Zug. Ich mache das Licht jetzt aus, auch wenn ich weiß, dass ich in einer Stunde wieder wach liege und kratze.

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