Der Hausarzt hat letzte Woche bei der Vorsorge die roten, trockenen Stellen an den Armen und im Nacken gesehen und mich gleich zum Hautarzt überwiesen. Ich dachte, das geht schnell, aber der erste freie Termin ist erst in 9 Wochen. 9 Wochen mit diesem Jucken und den kaputten Stellen, während ich jeden Morgen im Büro sitze und auf den Bildschirm starre, als wäre nichts.
Mittags esse ich meist nur schnell ein belegtes Brötchen zwischen zwei Terminen, tagsüber trinke ich eigentlich nur Kaffee, weil für mehr keine Zeit bleibt. Abends im Zug nach Hause merke ich erst richtig, wie sehr der Nacken brennt, wenn der Kragen daran reibt. Zuhause dann wieder die Cremes aus der Drogerie, die schon halb leer sind, und ich weiß nicht mehr, ob die überhaupt etwas bringen oder ob ich mir das nur einbilde, weil ich so verzweifelt nach irgendetwas suche, das hilft.
Was mich am meisten wurmt, ist dieses Gefühl, dass der Körper mir das schon länger sagen wollte und ich es einfach weggedrückt habe, bis der Hausarzt es aussprechen musste. Man funktioniert ja im Büro, man macht seinen Job, man nickt in Meetings, und nebenbei brennt die Haut und keiner sieht es, weil ein Pullover drüber ist.
Am Wochenende war ich wandern, das war für ein paar Stunden ganz gut, frische Luft, kein Bildschirm, aber sobald ich zurück bin, ist wieder dieser Alltag da mit Kaffee statt Essen und Warten auf einen Termin, der gefühlt in weiter Ferne liegt. 9 Wochen sind eine lange Zeit, wenn man jeden Tag am eigenen Arm sieht, dass es nicht besser wird.
