Seit ein paar Wochen drehe ich morgens, bevor die Kinder wach werden, eine kleine Runde durch die Straßen, und ehrlich gesagt ist das gerade das Einzige, was wirklich mir allein gehört. Mein Mann schläft noch, die Kleinen auch, und für eine Weile ist nur meine eigene Atmung zu hören und sonst nichts.
Zwischen Teilzeitjob, Kita-Abholung und Haushalt bleibt sonst kaum eine ruhige Minute übrig, das war mir vorher gar nicht so bewusst, bis ich gemerkt habe, wie sehr mir diese frühen Runden fehlen, wenn ich sie mal ausfallen lasse, weil eines der Kinder schlecht geschlafen hat.
Nebenbei geht mir beim Laufen auch vieles durch den Kopf, das sonst tagsüber keinen Platz findet, zum Beispiel, ob wir wirklich die Küche erneuern und dafür einen Sparvertrag auflösen sollen, den wir eigentlich für etwas ganz anderes angelegt hatten. Eine richtige Antwort habe ich dabei noch nicht gefunden, aber allein, dass ich in Ruhe darüber nachdenken kann, ohne dass ständig jemand nach mir ruft, fühlt sich schon nach viel an.
Manchmal komme ich zurück und weiß gar nicht mehr genau, worüber ich eigentlich nachgedacht habe, nur dass der Kopf klarer ist als vorher 🙂
